Albleisa
Albleisa

Albleisa

Die Feinschmeckerlinsen der schwäbischen Alb

Arche-Passagier seit 2005

Unterstützt von Slow Food Stuttgart und Slow Food Tübingen

Beschreibung des Passagiers

Gerade in ärmeren Regionen, wie es eben die Schwäbische Alb lange Zeit war, konnten sich die Menschen tierisches Eiweiß in Form von Fleisch kaum leisten und glichen dies durch die Proteine der Linsen aus. Doch nur durch den gemeinsamen Verzehr mit Getreidespeisen ergänzen sich die verschiedenen Eiweißbausteine so, dass für den Menschen eine vollwertige Eiweißversorgung zustande kommt. Diese moderne wissenschaftliche Erkenntnis steckt schon in vielen traditionellen Gerichten, wie z.B. dem Schwäbischen Nationalgericht »Linsen und Spätzla«.

Leisa – schwäbisch für Linsen – wurden auf der Schwäbischen Alb bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts angebaut. Die niedrigen Erträge und der große Arbeitsaufwand bei Ernte und Reinigung waren Ursachen für das völlige Verschwinden dieser uralten Nahrungspflanze in ganz Deutschland. Zwei noch in den fünfziger Jahren aufgeführte Alblinsen-Sorten sind dabei verschollen.

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Seit 1985 baut der Bioland Hof Mammel wieder Alb-Leisa an, zunächst auf der Grundlage der Du Puy Linse, Sorte Anica. 2001 gründeten die Linsenpioniere der Familie Mammel die Erzeugergemeinschaft »Alb-Leisa«, um Trocknung, Reinigung, Abpackung und Vermarktung zu koordinieren. Seitdem steigt die Zahl der ausschließlich biologisch wirtschaftenden Linsenbauern stetig.

2006 wurde in der Wawilow-Saatgutbank in St. Petersburg (Russland) Saatgut der traditionellen Sorten Späths Alblinse I und Späths Alblinse II wiederentdeckt. 2007 bekam die Erzeugergemeinschaft wenige hundert Linsensamen aus dem Institut. Diese wurden 2008 bis 2011 in mühevoller Arbeit vermehrt. Seit 2012 werden die beiden historischen Sorten wieder vermarktet. Über die Hälfte des gesamten Linsenanbaus stellen sie inzwischen wieder.

Die Späth´sche Alblinse ist eine einjährige, zierliche Pflanze mit einer Wuchshöhe von etwa 40 Zentimeter. Aus den Blüten entwickeln sich kurze Hülsen mit zwei Linsensamen, die je nach Witterung zwischen Ende Juli und Anfang September reifen.

Späths Alblinse I ist mittelgroß und hellgrün bis ocker gefärbt. Sie ist von leicht mehliger Konsistenz und deshalb für traditionelle Gerichte wie Spätzla mit Leisa gut geeignet. Späths Alblinse II ist deutlich kleiner und hellgrün-beige gefärbt, teilweise sind die Körner getupft oder marmoriert. Sie ist festkochend und deshalb besonders für Linsensalate geeignet.

Gefährdung des Passagiers

Es war um das Jahr 1960, als der letzte Linsenbauer der Schwäbischen Alb aufhörte und der Linsenanbau mitsamt den alten, einheimischen Sorten verloren ging. Die niedrigen Erträge und der große Arbeitsaufwand bei Ernte und Reinigung waren auschlaggebend für das Verschwinden dieser Nahrungspflanze, welche seit über zwei Jahrtausenden auf der Alb kultiviert wurde.

Heute bauen wieder über 70 Landwirte Linsen an, vor allem die im Jahr 2006 im St. Petersburger Wawilow Institut wiederentdeckten einheimischen Sorten „Späth´s Alblinsen I und II“ – ausschließlich nach den strengen Richtlinien der ökologischen Anbauverbände. Dementsprechend vielfältig präsentieren sich die Linsenäcker; zwischen den Linsen und ihrem Stützgetreide, meist Hafer oder Braugerste, tummeln sich unzählige Insekten, Kleinstlebewesen und Ackerwildkräuter – Biodiversität pur.

Seit 1985 baut der Bioland Hof Mammel wieder Alb-Leisa an, zunächst auf der Grundlage der Du Puy Linse, Sorte Anica. 2001 gründeten die Linsenpioniere der Familie Mammel die Erzeugergemeinschaft »Alb-Leisa«, um Trocknung, Reinigung, Abpackung und Vermarktung zu koordinieren. Seitdem steigt die Zahl der ausschließlich biologisch wirtschaftenden Linsenbauern stetig.

Bannerbild: © Simon Reitmeier, weitere Bilder © Thomas Stephan (2), Simon Reitmeier (1)

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