Biosphärengebiet Alb
Biosphärengebiet Alb

Biosphärengebiet Alb

Header: Die Alb-Linsen, auch Alb-Leisa wie die Linsen auf der Schwäbischen Alb
genannt werden, wurden bis in die 1950er Jahre vor allem im schwäbischen Raum angebaut.
Der Begriff Alb-Leisa umfasst mehrere alte Sorten von Linsen,
die eine ganze Zeit verloren geglaubt waren.

Blühende Streuobstwiesen, von Schafen beweidete Wacholderheiden und sattgrüne Buchenwälder prägen die Schwäbische Alb und das Albvorland. Eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft, die weltweit einmalig ist und die es für zukünftige Generationen zu bewahren gilt. Aus diesem Grund hat die UNESCO im Jahre 2009 die Region im Herzen Baden-Württembergs als UNESCO-Biosphärenreservat ausgewiesen. Die Gebietskulisse liegt südlich von Stuttgart und erstreckt sich von Reutlingen bis Schelklingen und von Weilheim an der Teck bis Zwiefalten.

Auf einer Fläche von ca. 85.300 ha leben rund 150.000 Menschen in 29 Städten und Gemeinden. Modellhaft werden hier Ideen entwickelt und erprobt, wie Mensch und Natur gleichberechtigt miteinander existieren können. Im Rahmen vieler nachhaltiger Projekte wird der Grundgedanke „Leben und Wirtschaften im Einklang mit der Natur“ in intensiver Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern sowie einer großen Anzahl weiterer Akteure im Biosphärengebiet Schwäbische Alb erfolgreich umgesetzt.

Was ist das Biosphärengebiet Schwäbische Alb?

Formal betrachtet ist das Biosphärengebiet eine Schutzgebietskategorie, wie sie im Bundesnaturschutzgesetz unter §25 niedergeschrieben ist. Das Land Baden-Württemberg wies am 22.03.2008 per Verordnung das Biosphärengebiet Schwäbische Alb aus.

Das Biosphärengebiet wird organisatorisch getragen durch das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, und die Regierungspräsidien Stuttgart und Tübingen, die 3 Landkreise Alb-Donau-Kreis, Esslingen und Reutlingen, die 29 Städte und Gemeinden innerhalb der Gebietskulisse und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin des Ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Münsingen im Herzen des Gebietes.

Darüber hinaus tragen zahlreiche Vereine, Verbände, Interessensgruppen, Unternehmen und die rund 150.000 Bewohnerinnen und Bewohner zum Erfolg des Biosphärengebiets bei. Sie alle verkörpern das Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

Was sind Biosphärenreservate?

Biosphärenreservate sind großflächige, repräsentative Natur- und Kulturlandschaften, die aufgrund reicher Naturausstattung überregionale Bedeutung besitzen und deshalb nach dem Bundesnaturschutzgesetz als Schutzgebiet ausgewiesen werden können. 

Sie sind Modellregionen für nachhaltige Entwicklung, in denen das Zusammenleben von Mensch und Natur beispielhaft entwickelt und erprobt wird.  Es soll gezeigt werden, wie sich Aktivitäten im Bereich der Wirtschaft, der Siedlungstätigkeit und des Tourismus zusammen mit den Belangen von Natur und Umwelt gemeinsam innovativ fortentwickeln können.

Nach den internationalen Leitlinien für UNESCO-Biosphärenreservate erfüllt es drei komplementäre Funktionen: 

  • Schutzfunktion: Beitrag zur Erhaltung von Landschaften, Ökosystemen, Arten und genetischer Vielfalt
  • Entwicklungsfunktion: Förderung einer wirtschaftlichen und menschlichen Entwicklung, die soziokulturell und ökologisch nachhaltig ist
  • Logistische Unterstützung: Förderung von Demonstrationsprojekten, Umweltbildung und -ausbildung, Forschung und Umweltbeobachtung im Rahmen lokaler, regionaler, nationaler und weltweiter Themen des Schutzes und der nachhaltigen Entwicklung

Als Modellregion für nachhaltige Entwicklung verfolgt das Biosphärengebiet Schwäbische Alb das übergeordnete Ziel, ökologische, ökonomische und soziale Interessen unter dem Leitbild einer naturschutzorientierten und nachhaltigen Regionalentwicklung zusammenzuführen. Dieses Ziel und dieser integrative Ansatz werden mittels einer intensiven Beteiligung von sehr vielen Akteur*innen und zahlreicher nachhaltiger Modellprojekte in verschiedenen Handlungsfeldern erfüllt.

Kurzum geht es im Biosphärengebiet Schwäbische Alb, wie in allen Biosphärenreservaten, um ertragreiche Wirtschaftsformen, ein gelingendes gesellschaftliches Zusammenleben – und zugleich um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. Nachhaltige Entwicklung heißt, Ressourcenerhalt nicht gegen wirtschaftliches Wohlergehen auszuspielen. Die Umsetzung orientiert sich an den 17 Zielen der Nachhaltigkeit der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals).

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